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"Gedankenhygiene" - oder Clara und wie sie die Welt sah

Mit meinem Entschluss, wieder mehr Zeit mit meinen Pferden zu verbringen, mir wieder mehr Ziele zu setzen und dem Wunsch, mich wieder motivierter fürs Reiten zu fühlen, habe ich mich auch dafür entschieden, mich wieder mehr um mich selbst zu kümmern. 

Deshalb bin ich sehr froh, dass es bei meinem Projekt nicht nur aus reiner Fitness- und Sportsicht um ein besseres Miteinander mit meinen Pferden geht. Natürlich ist Diana Steffen von

Riders Flow vor allem auch an meiner Seite, um mich durch ihre Reitergymnastik wieder im Sattel zu mobilisieren. Sie hat mir aber auch einen existenziellen und wichtigen Teil des großen Ganzen aufgezeigt, über den wir bei unserem Erstgespräch sehr ausgiebig gesprochen haben. Davon möchte ich Euch hier immer wieder berichten und diesem Thema widme ich den heutigen Blogeintrag.


Ich war lange davon ausgegangen, dass es am Älterwerden, am unregelmäßigen Training und an den zugenommenen Pfunden auf den Hüften lag, dass ich nicht mehr so gut im Trab aussitzen kann. Nach einem Reitunfall vor ein paar Jahren kam ich nie mehr so richtig in den Trabfluss. Schnell hatte sich bei mir eine Erwartungshaltung manifestiert, so dass ich, sobald ich den ersten Schritt im Trab aussaß, direkt davon ausging, dass ich es nicht mehr könne und es sowieso nichts mehr werden würde, solange ich nicht mehr Sport treiben und wieder beweglicher werden würde. Bei Dianas Gruppen-Reitergymnastik war relativ schnell klar: So wirklich verkürzt und fest in der Hüfte bin ich eigentlich gar nicht. Aber woran liegt es dann? Diana ist im Gespräch sofort aufgefallen, dass ich das "Problem" ja seit meinem Reitunfall damals hatte. 

Auch wenn ich jetzt nicht gesagt hätte, dass mich dieser Sturz bis heute beschäftigt, so hängt es energetisch wohl doch damit zusammen. Schon immer war ich jemand, der negative Ereignisse einfach weggesteckt, ja vielleicht sogar weggeschoben hat. Ich bin immer davon ausgegangen, dass der Mensch sich durch seine negativen Erlebnisse entwickelt. Hinzu kommt, dass ich jemand bin, der sich am besten - und das manchmal maßlos - über sich selbst ärgern kann. Und oft kreiert mein reger Geist - so kreativ er ist - einen ganz schönen Sturm da oben ;-)

Wie sehr das möglicherweise mein Reiten beeinflußt ist mir bisher gar nicht so bewusst gewesen. Klar, dass die Pferde uns spiegeln und wie sich das anfühlt, das habe ich schon vor vielen Jahren erfahren dürfen und ich erlebe es fast täglich im Umgang mit all meinen geliebten Vierbeinern. Trotzdem habe ich mit allen verschiedene Themen. Bestimmte Dinge, insbesondere Probleme, erwarte ich beim Reiten jedenfalls. Diana möchte meine Wurzeln ausbauen, damit mein Kopf auch mal abschalten kann. Damit ich - und damit auch mein Pferd - loslassen kann. Meine erste Aufgabe: Mehr auf meine Füße im Alltag und insbesondere auf dem Pferd achten. Wie fühlen sie sich an? Was fällt mir auf? Solange ich auf die Füße achte, kann ich nichts anderes denken und das beruhigt den Geist.


Heute, mit einem Tag "sacken lassen", ist mir klar, dass ich gut zu mir sein muss. Genauso, wie ich gut zu meinen Pferden bin. Deshalb bereite ich mir leckeres, ausgewogenes Essen zu, genauso wie ich es den Pferden gebe. Und noch viel wichtiger: Ich muss die negativen Erlebnisse, also Stürze, Krankheiten und Verletzungen von mir und meinen Pferden loslassen. Um in Zukunft an eine Entwicklung nur durch positive Erlebnisse zu glauben.

Am Sonntag geht's wieder zu Reitergymnastik und bis dahin fühle ich mich ganz viel in meine Füße hinein und werde mal schauen, ob ich beim Reiten damit was anfangen kann...ich werde berichten! :-)


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