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Wer tief verwurzelt ist, braucht den Wind nicht zu fürchten

...das sagt ein chinesisches Sprichwort. Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, was das mit der Reiterei zu tun hat. Mehr als Ihr jetzt vielleicht denkt! 

Ich hatte ja im letzten Post schon von meinem Erstgespräch mit Diana Steffen von Riders Flow erzählt. Mein Thema ist ja definitiv der Kopf, in dem ja nur zu gerne so richtig Kirmes ist. Außerdem gibt es viele, viele Anzeichen, dass meine Füße gerne mal zu kurz kommen. Immer kalt, viele Verletzungen in den unteren Gliedmaßen und vor allem: Ich bin - vor allem mit Smilla - ganz schön viel durch die Gegend gezogen. Und selbst jetzt, wo unsere kleine tierreiche Familie sich entschlossen hat, endlich mal sesshaft zu werden, haben wir uns ausgerechnet ein Fleckchen Erde gesucht, das schlechte Erde hat. Zeit also, mal nach meinen Wurzeln zu schauen ;-)

Diana hat mir ja als Hausaufgabe mitgegeben, dass ich öfter mal in meine Füße fühlen soll. Besonders beim Reiten. Ihre Aussage: Wenn Du an Deine Füße denkst, kannst Du an nichts anderes denken. Stimmt! Ist ja auch logisch. Und das Beste: Es funktioniert wirklich! Zumindest für mich. Sobald ich mich im Sattel in meine Füße fühle, entspannt sich sofort mein Geist und damit auch mein Körper. Und ratet mal, was dann passiert? Genau! Mein Pferd entspannt sich auch. Ich merke das sogar bis in die Pomuskulatur hinein. Und ich habe auch schon wieder ein bisschen Aussitzen probiert, es war schon gleich viel besser! Wissen wir ja eigentlich alles, wie sensibel Pferde einen Spiegeln und sich die eigenen Stimmungen auf die Vierbeiner über-tragen. Trotzdem: Manchmal kann man gar nicht so tief reindenken, vor allem in die Tiefenmuskulatur. Zumindest muss man das erstmal lernen und dann fleißig üben!


Bei der Reitergymnastik haben wir heute viele wurzelstärkende Übungen gemacht, wie den Krieger. Meine Füße hatten ganz schön zu tun, als plötzlich alle Balance an ihnen hing...

Die Pferde hatten übrigens einen schönen Tag. Stan durfte ein bisschen plantschen, Smilla und Rosi als Handpferd waren mit Janina unterwegs. Ich  bin einfach immer nur froh, dass ich die Pferde am Hause habe und sie sehen kann, wann immer mir danach ist. Und meine kleine Rosi (fast 3 Jahre alt und die Tochter von Smilla) ist einfach so süß, dass mir die Stallarbeit auch fast immer ganz leicht fällt. Auf dem Foto unten rechts ist Rosi so richtig schlecht gelaunt, weil Smilla noch Fressen hatte und sie nicht ;-) Mit Stan liege ich gut im Trainingsplan, immerhin steht er ja auch bei Dani auf der Anlage. Aber ich muss mir schon jedes Mal positive Gedanken machen, wenn ich von der Arbeit komme. Mittlerweile reicht aber schon ein einfaches: Du schaffst das gleich noch schön zu reiten. Erstaunlicherweise geht alles viel leichter und schneller, als zu der Zeit, zu der ich immer gedacht habe: Ich schaffe es nicht, dann wird es so spät, dann ist alles doof, ich hätte gerne viel mehr Zeit... Und das zahlt sich direkt aus: Stan baut schon wieder gut Kondition und sogar ein wenig Muskulatur auf - das ist sehr schwer bei ihm, da er ja nicht so gesegnet mit Rückenmuskulatur war, als ich ihn bekommen habe. Smilla kommt gerade ein bisschen kurz, da ich ja quasi nur im Dunkeln Zuhause bin im Moment. Aber dafür habe ich Janina, die auch mit Smilla trainiert. Wir werden gemeinsam auch so langsam immer mehr mit Rosi arbeiten. Als Handpferd beweist sie schon viel Coolness und Nerv - aber so war es ja schon immer mit der kleinen Rosi. Außerdem versuche ich, mich nicht mehr so zu ärgern, wenn ich es nicht schaffe zu reiten. Das gehört auch dazu. Ich versuche aber, mich nicht so sehr von Stress dabei leiten zu lassen, sondern plane lieber im Vorfeld etwas besser, an welchen Tagen ich was und wieviel schaffen kann.


Ich merke übrigens richtig, wie gut es mir tut, mich um mich und "meine Themen" zu kümmern. Und mich nicht immer nur zu fragen: Wie geht es meinen Pferden, was kann ich heute für sie besser machen, was war heute  nicht gut für sie...Ihr kennt das sicher alle. Nein! Aus! Schluss! Dass ich mir selbst was gutes tue, tut auch meinen Pferden gut und es ist sogar die Voraussetzung dafür, dass es Ihnen gut geht.

Nichtsdestotrotz schöpfe ich ja im Moment auch weiter Kraft und Wissen dafür, im Sattel besser zu werden. Und hierzu kann ich Euch bald schon etwas ganz tolles Verkünden. Ein paar Tage noch, dann erfahrt Ihr unser erstes Etappenziel im April. Soviel kann ich schonmal verraten: Diese Chance macht mich unheimlich stolz, ich habe aber auch ein klitzekleines Bisschen Muffensausen... ;-) Aber bis dahin ist ja noch genügend Zeit dafür, dass Diana Steffen und Dani Starck uns so richtig gut in die Spur schicken.   


"Was du sagst, verweht im Wind.  Nur was du tust, schlägt Wurzeln." Karl Heinrich Waggerl