· 

Breathing in and breathing out

Dass das Atmen für jeden von uns lebenswichtig ist, steht natürlich außer Frage. Wie wichtig die Atmung aber beim Reiten ist, und wie sehr sie die Harmonie zwischen Pferd und Reiter begünstigen kann, davon habe ich jetzt durch das erste Einzelcoaching mit Diana Steffen von Riders Flow einen ganz neuen Eindruck bekommen.


Es war schon spät am Abend, als ich meinen ersten Einzeltermin im Reiterstübchen mit Diana hatte. Wie immer war ich etwas erschöpft, als ich von meinem langen Arbeitstag kam, aber ich freute mich auch schon richtig doll auf das Neue, das mich erwartete. Mit den kleinen Hinweisen, die Diana mir vorher schon gegeben hatte - wie zum Beispiel, dass ich mich öfter in meine Füße hinein fühle - habe ich  schon einen Vorgeschmack bekommen, wie wirkungsvoll die Idee von Riders Flow sein kann. Als erstes standen dann ein paar effektive Yogaübungen auf dem Programm. Die waren speziell auf meine individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Welche Übungen gut für mich sind, weiß Diana aus unserem Anamnesegespräch. Es ging ganz viel um  Erdung, also um meine Füße und um Wurzeln. Außerdem haben wir intensiv die Hüfte gedehnt und gestärkt.

 



Schon auf dem Weg zu Stan merkte ich, dass meine Laune unschlagbar gut war und dass ich ganz viel und ausschließlich positive Energie in mir hatte. Stan schien sich darüber sehr zu freuen und war tiefenentspannt als ich aufstieg. Die ersten Schritte hoch zur Halle fühlten sich schon großartig an. Ich war völlig bei mir und bei uns - keine Gedanken über die Dinge, die ich noch machen muss, oder über das, was gleich nicht klappen oder schwierig werden könnte. Mein Geist war komplett frei - befreit vom Alltag und allen Erwartungen, die sich manchmal wie ein starres Korsett um Situationen legen und genau das reproduzieren, was man erwartet und annimmt.  Klingt abstrakt, ist aber so. Wenn ich annehme, dass Stan mal losschießen könnte, wenn ein anderes Pferd in der Halle losbockt, dann wird er es auch tun. Genauso wenn ich erwarte, dass er bei den Decken auf der Bande glotzt, oder an der Türe hinten, wird genau das passieren. Da bewegen wir uns fast schon in der Foucaultschen Diskurstheorie, mit der ich mich während des Studiums intensiv auseinandergesetzt habe. Nur dass meine Gedanken und Annahmen auf dem Pferd natürlich einen sehr kleinen und individuellen Diskurs bilden. 


Aber zurück zum Erlebnis im Sattel: Ich war einfach frei von allen Annahmen, wie jetzt was passieren würde und was ich von Stan erwartete. Und er belohnte es gleich damit, dass er einen wirklich entspannten, gedehnten und raumgreifenden Schritt ging. Wir waren sofort im Fluß, in Harmonie. Es war schon einfach nur schön, ihn Schritt zu reiten. Diana säuselte mir über das Coachphone ins Ohr, in welchen Teil meines Körpers ich gerade spüren sollte, wie ich meine eigene Atmung beobachten kann und welche Bilder ich mir vorstellen sollte. Als ich antrabte, blieb genau dieses schöne Gefühl des gemeinsamen Flusses erhalten. Stan war sichtlich zufrieden und so schwebten wir durch die Bahn. Wie wir es eben tun an so richtig guten Tagen. Dann ging Diana aber noch mehr auf meine Erdung ein. Ich hatte mir nach unserem Erstgespräch schon mal für mich gedacht: Ja, ich als Luftikus, kein Wunder, dass ich auch noch so gerne reite und wie soll man sich bloß beim Reiten erden? Jetzt sollte ich erfahren wie es geht: Stan ist meine Verbindung zur Erde und über seine Hufe kann auch ich mich erden.

Diana fragte mich, ob ich den Hallensand durch seine Hufe spüren kann - und tatsächlich: ich konnte es! Es war ein wundervolles Gefühl und ich war in dem Moment wirklich eins mit Stan. 



Nur ein kleines Mal kam ich raus aus diesem Fluß. Ich galoppierte - unsere gemeinsame Lieblingsgangart - und nahm Stan zurück, Diana führt mich gedanklich hierfür ins Kreuzbein und plötzlich packte mich der Ehrgeiz, ich wurde atemlos und sorgte mich um den Takt im versammelten Galopp und wollte plötzlich immer mehr. Diana holte mich ganz einfach da raus, indem sie mich wieder auf meine Atmung achten lies und ich so ganz einfach wieder loslassen konnte. So ging es dann auch gleich wieder ganz von allein - egal ob Versammlung, fliegende Wechsel oder Verstärkungen. Wundervoll!